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Fr, 01.03.2024 | Heizöl-News

Russlands Ölverkäufe nach Indien brechen ein – Heizölpreise ziehen an

Während des größten Teils des Jahres 2023 hatten indische Raffinerien mit russischem Öl noch hohe Gewinne erzielt, da sie für russisches Rohöl 20 Dollar pro Barrel weniger zahlen mussten als für die führenden westlichen Standardsorten Brent und WTI.

Da Europa nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine ein Embargo gegen russisches Rohöl und Ölprodukte verhängte und zudem die G7-Staaten eine Preisobergrenze festlegt hatten, war der Anteil Indiens an russischen Ölexporten innerhalb von weniger als zwei Jahren von null auf etwa 40% hochgeschnellt.

Russische Exporte nach Indien brechen ein
Aufgrund der verschärften Sanktionen seitens der G7-Staaten, sind die indischen Einfuhren russischen Öls zuletzt allerdings deutlich zurückgegangen. So belaufen sich die indischen Importe gemäß des Rohstoffdaten- und Analyseunternehmens Kpler zufolge im Februar auf etwa 119.000 Barrel pro Tag. Sie lagen damit deutlich unter den durchschnittlich 140.000 Barrel des letzten Jahres.

USA verschärfen nach Tod Nawalnys Sanktionen gegen Russland
Nun haben die USA in der letzten Woche, am zweiten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine und als Reaktion auf den Tod des Oppositionspolitikers und Antikorruptionsaktivisten Alexey Nawalny, neue Sanktionen gegen Russland verhängt.

Unter den 500 Zielpersonen der neuen Sanktionen haben das US-Finanzministerium und das Außenministerium den russischen Tankerbetreiber Sovcomflot und mehr als ein Dutzend Rohöltanker im Visier, die mit dem russischen Staatsunternehmen verbunden sind.

Indische Raffinerien zunehmend besorgt
Angesichts dieser Entwicklung zeigen sich indische Raffinerien zunehmend besorgt, dass sich die Zeiten, in der ohne Konsequenzen billiges russisches Rohöl importiert werden konnte, dem Ende zuneigen. Sie befürchten nun, dass die neuen Strafmaßnahmen den Transport von Öl aus Russland auf nicht sanktionierten Schiffen erschweren könnten, was die Transportkosten in die Höhe treiben und ihre Gewinnspannen schmälern würde.

Schon vor den jüngsten US-Sanktionen waren die Margen der größten staatlichen indischen Raffinerien gesunken, da unter anderem die Frachtraten aufgrund der Unterbrechung der Route über das Rote Meer in die Höhe geschnellt waren.

Quelle: Indien wird weiter russisches Öl kaufen
Indien werde weiterhin Rohöl aus Russland kaufen, bestätigte eine indische Regierungsquelle in dieser Woche gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings nur, wenn es unter der G7-Preisobergrenze von 60 Dollar pro Barrel verkauft und auf nicht sanktionierten Schiffen verschifft wird.

Immer wieder Liefer- und Zahlungsprobleme mit Russland
Aus Managerkreisen hieß es zuletzt, man sei durchaus daran interessiert, wieder mehr russisches Öl zu beziehen, aber die Exporte müssten von den USA genehmigt werden, um wieder anzusteigen. Zuletzt hatten die strengen Sanktionen und die Preisdeckelregelung bei 60 Dollar immer wieder für Lieferprobleme und Zahlungsunstimmigkeiten zwischen Russland und Indien geführt. Zudem will sich Indien offenbar nicht dem Wunsch Moskaus beugen und Ölverkäufe in der chinesischen Währung Yuan tätigen.

Heizölpreise reagieren mit Aufschlägen 
Nachdem sich die Notierungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, heute Morgen weiter in der Nähe ihres Vortageshochs befinden, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region etwa +1,25 bis +1,85 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch am Donnerstag.

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