Ultramarin Marina stellt ihr Kraftstoffangebot auf HVO100 um
Bootstankstelle am Bodensee setzt auf Neste MY Renewable Diesel
Die Ultramarin Marina Meichle + Mohr in Kressbronn hat ihre Bootstankstelle im Mai 2023 auf Neste MY Renewable Diesel umgestellt. Damit gehört sie nach eigenen Angaben zu den ersten Marinas in Deutschland, die ihren Kunden einen paraffinischen Dieselkraftstoff nach DIN EN 15940 anbieten.
Für den Hafenbetreiber standen dabei mehrere Aspekte im Vordergrund: die Lagerstabilität des Kraftstoffs bei saisonal genutzten Booten, seine Produkteigenschaften im täglichen Betrieb sowie die Treibhausgasbilanz über den gesamten Lebenszyklus.
Nach Berechnungen auf Grundlage der jährlich abgegebenen Kraftstoffmenge können durch den Einsatz von Neste MY Renewable Diesel gegenüber fossilem Diesel mehr als 600 Tonnen Treibhausgasemissionen in CO₂-Äquivalenten pro Jahr vermieden werden. Die Berechnung erfolgt über den Lebenszyklus des Kraftstoffs auf Basis der RED-II-Methodik und der Herstellerangaben.
Die Bootstankstelle der Ultramarin Marina in Kressbronn bietet Neste MY Renewable Diesel, einen paraffinischen Dieselkraftstoff nach DIN EN 15940, für Sportboote und Yachten an.
Eigenschaften für den Einsatz im Wassersport
Gerade im Wassersport werden viele Motoren nicht ganzjährig genutzt. Zwischen den einzelnen Einsätzen liegen häufig längere Standzeiten. Deshalb spielte für die Ultramarin Marina auch die Lagerstabilität des Kraftstoffs eine wichtige Rolle.
Neste MY Renewable Diesel ist ein paraffinischer Dieselkraftstoff nach DIN EN 15940 und enthält nach Herstellerangaben keinen FAME-Anteil. Dadurch kann das Risiko von Kraftstoffalterung und mikrobiellem Wachstum bei längeren Standzeiten geringer ausfallen als bei Dieselkraftstoff mit Biodieselanteil. Voraussetzung bleiben eine fachgerechte Lagerung sowie ein sauberer Kraftstofftank.
Auch hinsichtlich des Gewässerschutzes besitzt der Kraftstoff Eigenschaften, die für den Einsatz in einer Marina relevant sind. Nach dem aktuellen Sicherheitsdatenblatt ist Neste MY Renewable Diesel in die Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft. Herkömmlicher Dieselkraftstoff nach DIN EN 590 wird in der Regel der Wassergefährdungsklasse 2 zugeordnet.
Erfahrungen aus dem Betrieb
Seit der Umstellung wird der Kraftstoff von zahlreichen Bootseignern genutzt. Nach Angaben der Ultramarin Marina berichten viele Skipper von einem ruhigeren Motorlauf und einer geringeren Geruchsentwicklung beim Tanken und während des Betriebs.
Auch optisch zeigen sich nach den Erfahrungen der Marina Unterschiede. Bei den bislang eingesetzten Bootsmotoren war unter vergleichbaren Betriebsbedingungen weniger sichtbarer Ruß im Abgas festzustellen. Wie stark sich dieser Effekt zeigt, hängt jedoch unter anderem vom Motor, dessen Wartungszustand und der jeweiligen Betriebsweise ab.
Ein weiterer Vorteil aus Sicht vieler Bootseigner ist die hohe Lagerstabilität des Kraftstoffs. Gerade bei Booten, die über mehrere Monate nicht bewegt werden, spielt dieser Aspekt im Alltag eine wichtige Rolle.
Treibhausgasbilanz über den Lebenszyklus
Neben den technischen Eigenschaften war für die Ultramarin Marina insbesondere die Treibhausgasbilanz des Kraftstoffs ein wichtiges Entscheidungskriterium.
Nach Herstellerangaben kann Neste MY Renewable Diesel – abhängig von den eingesetzten Rohstoffen – die Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus gegenüber fossilem Diesel deutlich reduzieren. Grundlage dieser Berechnung sind die Vorgaben der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Rohstoffgewinnung, die Herstellung, der Transport und die Nutzung des Kraftstoffs.
Die Ultramarin Marina stellt ihren Kunden zusätzlich den auf der Neste-Website verfügbaren Emissionsrechner zur Verfügung. Dort lassen sich die Treibhausgasemissionen verschiedener Kraftstoffmengen auf Basis der Herstellerdaten vergleichen.
Woraus wird Neste MY Renewable Diesel hergestellt?
Nach Angaben des Herstellers wird Neste MY Renewable Diesel aus unterschiedlichen erneuerbaren Rohstoffen produziert. Dazu gehören unter anderem gebrauchte Speiseöle, tierische Fette aus Abfällen der Lebensmittelindustrie sowie weitere Abfälle und Reststoffe aus der Pflanzenöl- und Lebensmittelverarbeitung. Welche Rohstoffe im Einzelnen eingesetzt werden, kann je nach Produktionscharge variieren.
Durch das hydrierende Herstellungsverfahren entsteht ein paraffinischer Dieselkraftstoff nach DIN EN 15940, der in vielen Dieselmotoren eingesetzt werden kann, sofern der jeweilige Motorhersteller Kraftstoffe dieser Norm freigegeben hat.
Nachfrage auch über Deutschland hinaus
Die Entscheidung der Ultramarin Marina stößt nach Angaben des Unternehmens auf eine positive Resonanz. Inzwischen nutzen auch Skipper aus Österreich und der Schweiz die Bootstankstelle gezielt, um Neste MY Renewable Diesel zu tanken.
Für die Marina bestätigt dies, dass sich viele Wassersportler intensiv mit Kraftstoffqualität, Lagerstabilität und den Eigenschaften moderner paraffinischer Dieselkraftstoffe beschäftigen.
Belieferung durch EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH
Beliefert wird die Bootstankstelle von der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH. Als Vertriebspartner von Neste berät das Unternehmen Betreiber von Marinas, Bootsbesitzer sowie gewerbliche Kunden zum Einsatz paraffinischer Dieselkraftstoffe nach DIN EN 15940.
Vor der Umstellung empfiehlt EDi grundsätzlich zu prüfen, ob der jeweilige Motorhersteller den Einsatz von HVO100 beziehungsweise Dieselkraftstoffen nach DIN EN 15940 freigegeben hat.
Ein Skipper betankt sein Motorboot an der Bootstankstelle der Ultramarin Marina mit Neste MY Renewable Diesel. Der Kraftstoff eignet sich für Dieselmotoren, sofern der jeweilige Motorhersteller Kraftstoffe nach DIN EN 15940 freigegeben hat.
Hinweis: Die Angaben zur Treibhausgasbilanz beziehen sich auf den gesamten Lebenszyklus des Kraftstoffs und beruhen auf Herstellerangaben sowie der Berechnungsmethodik der EU-Richtlinie RED II. Aussagen zu Motorlauf, Geruch und sichtbaren Rußemissionen basieren auf den Erfahrungen der Ultramarin Marina und ihrer Kunden. Die Ergebnisse können je nach Motor, Wartungszustand und Einsatzbedingungen variieren.




