KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH zieht nach sechs Monaten Bilanz
Praxiserfahrungen mit Neste MY Renewable Diesel im Linienverkehr
Ein Linienbus der KRN auf dem Betriebshof in Bad Kreuznach. Rund 50 Fahrzeuge des Verkehrsunternehmens werden mit Neste MY Renewable Diesel betrieben. (Foto: KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH)
Entscheidung nach Wirtschaftlichkeitsvergleich
Vor der Einführung wurden verschiedene Antriebskonzepte untersucht. Neben HVO wurde auch der Einsatz wasserstoffbetriebener Busse betrachtet. Grundlage der Entscheidung waren unter anderem Investitionskosten, vorhandene Infrastruktur sowie der spätere Betriebsaufwand. Weil die KRN bereits über eine Betriebstankstelle verfügte, konnte die bestehende Busflotte ohne technische Veränderungen an der Tankstelleninfrastruktur weiter betrieben werden.
Nach sechs Monaten berichtet die KRN von positiven Erfahrungen mit dem Kraftstoff im täglichen Linienverkehr. (Foto: KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH)
Erfahrungen aus dem täglichen Linienbetrieb
Nach Angaben der KRN haben sich insbesondere im Stadtverkehr Veränderungen gezeigt. Die Fahrzeuge sind dort durch häufiges Anfahren, Bremsen und längere Leerlaufphasen besonderen Belastungen ausgesetzt. Nach Aussage des Unternehmens traten vor der Umstellung regelmäßig Regenerationen der Dieselpartikelfilter auf. Wolfgang Hackauf berichtet: „Seit der Einführung von HVO hat sich die Problematik deutlich verbessert.“ Nach Angaben der KRN verlängerten sich bei den eingesetzten Fahrzeugen die Intervalle zwischen den Regenerationsvorgängen der Partikelfilter deutlich. Dadurch reduzierten sich ungeplante Werkstattaufenthalte.
Motorlauf und Betankung
Auch im täglichen Betrieb haben Fahrer und Werkstattpersonal Veränderungen festgestellt. Nach Angaben der KRN wird der Motorlauf als ruhiger wahrgenommen. Außerdem berichten Mitarbeitende von einer geringeren Geruchsentwicklung beim Betanken im Vergleich zum zuvor eingesetzten Dieselkraftstoff. Diese Eindrücke beruhen auf den Erfahrungen der KRN im laufenden Betrieb.
Kraftstoffverbrauch und Betriebskosten
Einen höheren Kraftstoffverbrauch konnte die KRN nach eigenen Angaben bislang nicht feststellen. Darüber hinaus beobachtete das Unternehmen längere Abstände zwischen den Regenerationsvorgängen der Dieselpartikelfilter. Da während dieser Regeneration zusätzlicher Kraftstoff benötigt wird, können sich daraus betriebliche Vorteile ergeben. Auch beim AdBlue-Verbrauch wurden nach Angaben der KRN geringere Werte festgestellt.
"Da die Fahrzeuge naturgemäß im Stopp-and-Go-Verkehr von Haltestelle zu Haltestelle fahren und die Fahrgäste mitnehmen, hatten wir ständig Probleme mit verstopften Partikelfiltern, die zu Ausfallzeiten und auch zu höheren Betriebskosten führten. Seit der Einführung von HVO hat sich die Problematik deutlich verbessert."
Wolfgang Hackauf, Leiter Flotte und Facility des KRN in Bad Kreuznach
Ein Tankwagen der EDi Energie-Direkt Hohenlohe GmbH liefert Neste MY Renewable Diesel bei der KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH an. (Foto: KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH)
Ganzjähriger Einsatz
Nach Angaben des Herstellers erfüllt Neste MY Renewable Diesel ganzjährig definierte Anforderungen an die Kältebeständigkeit. Für die KRN entfällt dadurch nach eigener Aussage die saisonale Umstellung zwischen Sommer- und Winterdiesel.
Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus
Nach Herstellerangaben kann Neste MY Renewable Diesel – abhängig von den eingesetzten Rohstoffen – gegenüber fossilem Diesel deutlich geringere Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus aufweisen. Grundlage hierfür ist die Berechnung nach den Vorgaben der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien (RED II). Bei einem Jahresverbrauch von rund einer Million Litern Kraftstoff ergibt sich für die KRN nach Herstellerangaben rechnerisch eine Minderung der Treibhausgasemissionen von rund 2.350 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr über den Lebenszyklus gegenüber fossilem Diesel. Die tatsächliche Minderung hängt unter anderem vom eingesetzten Produkt sowie den verwendeten Rohstoffen ab.
Uwe Hiltmann, Geschäftsführer KRN sowie Landrätin Bettina Dickes ließen sich die Erstbetankung der Busflotte mit Neste MY Renewable Diesel nicht nehmen. Ein halbes Jahr später fiel die Resonanz mehr als positiv aus. (Foto: KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH)
Sammlung gebrauchter Speiseöle
Der Landkreis Bad Kreuznach beteiligt sich außerdem an der Initiative „Jeder Tropfen zählt“. Dabei werden gebrauchte Speiseöle und -fette gesammelt und als Rohstoff für die Herstellung erneuerbarer Kraftstoffe genutzt. Nach Angaben der Initiative können unter anderem gebrauchte Frittierfette, Speiseöle und Fettreste aus der Lebensmittelzubereitung abgegeben werden. Gleichzeitig trägt die getrennte Sammlung dazu bei, Fettablagerungen in Hausanschlüssen und Kanalnetzen zu vermeiden. Weitere Informationen zu Sammelstellen stellt die Initiative „Jeder Tropfen zählt“ bereit.
Zwischenfazit der KRN
Nach sechs Monaten bewertet die KRN den Einsatz von Neste MY Renewable Diesel insgesamt positiv. Aus Sicht des Unternehmens sprachen insbesondere die Nutzung der bestehenden Infrastruktur, die bisherigen Betriebserfahrungen sowie die beobachteten Veränderungen bei den Wartungsintervallen für den Einsatz des Kraftstoffs.
Hinweis: Die hier geschilderten Erfahrungen beruhen auf dem Einsatz von Neste MY Renewable Diesel innerhalb der Busflotte der KRN Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Fahrzeugflotten oder Einsatzbedingungen übertragen. Sie können insbesondere je nach Fahrzeugtyp, Motor, Fahrprofil und Wartungszustand unterschiedlich ausfallen.




