Di., 15.09.2026 | Heizöl-News

Saudi-Arabien im Fadenkreuz – Pipelineausfall sorgt für neue Preisspitzen

Nach wie vor ist im Nahen Osten keine Entspannung in Sicht – eher im Gegenteil. Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich wieder ausgeweitet und so kam in den letzten Tagen vor allem Saudi-Arabien unter Beschuss. Schon am Freitag wurde eine der wichtigsten Pipelines im Land stark beschädigt und könnte über Wochen ausfallen.

 

Wichtige Pipeline bleibt abgeschaltete
Die Ost-West-Pipeline, die Saudi-Arabiens Ölfelder im Westen mit dem Roten Meer verbindet, ist aktuell die wichtigste Alternativroute zur Verschiffung der Ölmengen über den Persischen Golf. Riad transportierte bis zum Angriff am Freitag täglich etwa 4 Mio. Barrel Rohöl über die Pipeline an den Rotmeerhafen in Yanbu. Aktuell steht die Versorgungsleitung allerdings still.

 

Wie lange der Ausfall dauern wird, ist aktuell noch nicht sicher. Offizielle Angaben des staatlichen Energiekonzerns Saudi Aramco gibt es bisher nicht. Aus Insiderkreisen hieß es allerdings gestern, die Reparaturarbeiten könnten bis zu fünf Wochen dauern. Klar ist: Je länger die Exportunterbrechung anhält, desto mehr verschärft sich die Angebotslage auf dem Weltmarkt.

 

Huthi-Angriffe im Roten Meer erhöhen Risiko
Dabei ist der Pipeline-Ausfall noch nicht einmal das einzige Problem. Zusätzlich ist das Risiko für die Schifffahrt im Roten Meer in den letzten Tagen wieder enorm gestiegen. Grund sind die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen, die im Jemen einen erbitterten Bürgerkrieg gegen Saudi-Arabien führen. Sie haben ihre Angriffe auf Tanker in der Region zuletzt wieder ausgeweitet, so dass immer weniger Reedereien und Tankerunternehmen das Risiko tragen wollen.

 

Damit sind Saudi-Arabien nun effektiv beide Seewege abgeschnitten, denn auch die Straße von Hormus im Persischen Golf bleibt gesperrt. Hier ist nichts mehr zu spüren von möglichen diplomatischen Bemühungen, ein Treffen der angrenzenden Golfstaaten mit dem Iran, das für Montag geplant war, wurde kurzfristig abgesagt. Entsprechend stellt man sich am Ölmarkt wieder auf größere und vor allem anhaltende Unterbrechungen ein.

 

Heizölpreise etwas günstiger
Dies macht sich auch bei den Inlandspreisen bemerkbar, die grundsätzlich auf hohem Niveau bleiben. Da die Preisrally aber in der letzten Woche sehr steil verlief, kam es gestern an den Börsen zu einer leichten Abwärtskorrektur. Diese macht Heizöl im Bundesgebiet heute im Durchschnitt etwas günstiger als gestern Morgen und so kann mit Abschlägen von  -0,65 bis -1,25 Euro/100l gerechnet werden.

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