Verbrauchertipp: Richtiges Heizen und Lüften im Frühling

Berlin (ots)

 

  • Bei schwankenden Außentemperaturen kann konstantes Heizen Energie und Heizkosten sparen.
  • Häufigeres und längeres Lüften im Frühling hilft, um Schimmelbildung zu verhindern. Expertentipp: Drei bis vier Mal pro Tag, jeweils zehn bis 15 Minuten.
  • Zum 20. März soll die Homeoffice-Pflicht enden: Die Rückkehr ins Büro bietet auch beim Heizen zusätzliches Energiesparpotenzial.

 

Nachts noch Bodenfrost, tagsüber schon warmes T-Shirt-Wetter: Gerade zum Frühlingsbeginn können die Temperaturunterschiede besonders groß sein. Doch das Jo-Jo-Wetter sollte nicht die eigene Heizstrategie durcheinanderwirbeln. „Wer die Einstellungen der Heizkörper bei wechselnden Außentemperaturen im Frühling häufig ändert, heizt ineffizient“, sagt Markus Lau, Technikexperte beim Deutschen Verband Flüssiggas e.V. (DVFG). „Gerade bei starken Temperaturschwankungen ist Konstanz gefragt. Das spart Energie und Heizkosten.“ Der Experte erklärt, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Heizen und Lüften achten sollten, wenn der Frühling sich ankündigt.

 

Heizkörperthermostate: Konstanz schlägt zu häufige Anpassungen

Der Impuls ist verständlich: Auf stark schwankende Außentemperaturen mit häufigem Auf- und Zudrehen der Heizkörperthermostate zu reagieren. Doch dieses Hin und Her kann unnötig viel Energie verbrauchen. „Ein maximal aufgedrehtes Thermostat heizt die Wohnung nicht schneller“, sagt Markus Lau. „Deshalb ist es ratsam, auch an den ersten lauen Frühlingstagen die Heizung tagsüber auf niedriger Stufe zu belassen und nicht ganz abzudrehen. So ist die individuelle Wohlfühltemperatur schnell wieder erreicht, wenn abends die Außentemperaturen stark fallen.“ Daran sollten sich insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner von schlecht gedämmten Bestandsgebäuden oder Altbauwohnungen mit hohen Decken halten. Zu sparsames Heizen bei lauen Tagestemperaturen, kühlt die Wohnung schnell aus. Es kostet dann unnötig viel Energie, die Räume abends wieder warm zu bekommen. Übrigens: Auch wer die Wohnung nur für einige Stunden verlässt, sollte die Heizung nicht vollständig abschalten, sondern nur etwas herunterdrehen.

 

Frühlingslüften: Öfter und länger als im Winter

Um Schimmelbildung effektiv vorzubeugen, ist regelmäßiges Lüften auch bei schwankenden Außentemperaturen wichtig. Dabei gilt: Idealerweise häufiger und länger lüften. „Im Frühling ist es ratsam, drei bis vier Mal Mal pro Tag für jeweils 10 bis 15 Minuten zu lüften, statt nur drei Mal fünf Minuten wie im Winter“, rät Markus Lau. Der Grund: Warme Frühlingsluft enthält mehr Feuchtigkeit. Dadurch dauert es beim Lüften länger, bis sie zusätzliche Feuchtigkeit zum Beispiel aus Bad oder Küche aufnimmt. Wichtig: Die Heizungsventile sollten während des Lüftens immer geschlossen werden. Gibt es eine ideale Lüft-Zeit? Der Experte rät: „Um möglichst wenig Raumwärme einzubüßen, sollte nachmittags das letzte Mal gelüftet werden, um noch warme Frühlingsluft hereinzulassen. Dies verhindert, dass die Raumtemperatur stark absinkt, wenn nach Sonnenuntergang nur noch kältere Luft von draußen hereinströmt“, sagt Lau. Besser als die Fenster auf Kipp zu stellen, sind Stoß- und Querlüften. So lässt sich schneller die komplette Luft austauschen.

 

Ende der Homeoffice-Pflicht: Energiespar-Booster für das eigene Zuhause

Am 20. März ist nicht nur kalendarischer Frühlingsanfang. Lässt es die Pandemieentwicklung zu, endet zu diesem Tag auch die gesetzliche Homeoffice-Pflicht. Dann tauschen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den heimischen Schreibtisch wieder gegen ihren Arbeitsplatz im Büro. Die Rückkehr zur regulären Arbeitsumgebung bietet auch Energiesparpotenzial für das eigene Zuhause. „Wer nicht mehr zu Hause arbeitet, kann weniger heizen – und so Heizenergie sparen. Die optimale Raumtemperatur liegt bei rund 20 Grad. Sie lässt sich auf bis zu 16 Grad absenken, wenn niemand daheim ist. Darunter sollte die Temperatur nicht fallen, da ansonsten Schimmelbildung droht“, sagt Markus Lau.

 

Ein Beispiel verdeutlicht das Einsparpotenzial: Die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad, spart rund sechs Prozent Energie. Bei vier Grad weniger – also der Reduzierung von 20 auf 16 Grad – lassen sich demnach 24 Prozent Energie sparen. Gerade bei den aktuell hohen Energiepreisen lohnt es sich besonders, die Temperatur tagsüber anzupassen. „Stellen Sie am besten das Heizkörper-Thermostat auf Stufe zwei, wenn Sie morgens die Wohnung verlassen, um im Büro zu arbeiten. Damit liegt die Raumtemperatur während Ihrer Abwesenheit bei energieeffizienten 16 Grad, die sich dann nach der Rückkehr leicht wieder auf 20 Grad steigern lassen“, sagt Markus Lau.

 

Alles automatisch: Mehr Komfort dank programmierbarer Thermostate

Warum die Temperatur selbst regulieren, wenn es dafür eine technische Lösung gibt? Programmierbare Thermostate liefern jederzeit genau die gewünschte Raumtemperatur. Richtig eingestellt, orientieren sie sich am Alltag der Bewohnerinnen oder der Bewohner. Ist keiner zu Hause, senken die smarten Geräte die Temperatur automatisch ab – und steigern sie pünktlich zur Rückkehr aus dem Büro. „Da sich die programmierbaren Thermostate bequem per App steuern lassen, bleibt auch genügend Spielraum für Anpassungen von unterwegs“, sagt Markus Lau. „So lässt sich Heizenergie sparen, wenn das Meeting länger dauert oder die Aufwärmphase eher starten, falls spontan ein Kundentermin ausfällt.“

 

Energieträger Flüssiggas:

Flüssiggas (LPG) – nicht zu verwechseln mit verflüssigtem Erdgas (LNG, Methan) – besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Die erneuerbaren Varianten sind als biogenes Flüssiggas und als Dimethylether (rDME) verfügbar. Flüssiggas wird für Heiz- und Kühlzwecke, als Kraftstoff (Autogas), in Industrie und Landwirtschaft sowie im Freizeitbereich eingesetzt.

 

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