US-Energieministerium meldet Bestandsaufbau

Im Wochentakt schauen Ölhändler auf der ganzen Welt auf die vom DOE (Department of Energy – US-Amerikanische Energieministerium) veröffentlichten Zahlen zur Ölbestandsentwicklung. Denn die Entwicklung des weltweit größten Ölkonsumenten hat erhebliche Auswirkungen auf die Börsenpreise. Mit den jüngst veröffentlichten Zahlen, macht sich ein wenig Entspannung bemerkbar. Doch gibt es auch Anzeichen dafür, dass Börsenpreise zunächst wieder ein wenig anziehen.

 

Speicherfüllung für Ölprodukte

Die veröffentlichten Zahlen lassen Ölgroßhändler zunächst durchatmen. Denn die Gesamtbestände in den amerikanischen Öllagern sind um ca. 13 Millionen Barrel (à 159 Liter) innerhalb der letzten Woche gestiegen. Zwar ist ein großer Teil darauf zurück zu führen, dass die strategischen Ölreserven angezapft wurden, so sind dennoch mehr al 7,5 Millionen Barrel an fossilen Treibstoffen und Rohöl in die Reservetanks geflossen.

 

Stutzig sind Marktbeobachter allerdings trotzdem geworden. So vermeldete das DOE, dass in Summe ca. 5 Millionen Barrel Benzin aus den Vorratslagern hinausgeflossen sind. Sonderbar ist diese Situation deshalb, weil die Nachfrage nach Benzin und der Verbrauch noch deutlich unter den Zahlen noch vom Vorjahr liegen.

 

Mögliche Einigung im Atomdeal?

Ebenfalls ein beeinflussender Faktor am Markt ist der Atomdeal zwischen den USA und dem Iran. 2015 hatte die US-Amerikanische Regierung ein Abkommen mit der islamische Republik ausgehandelt. Ziel aus amerikanischer Sicht war die Abwendung von der Entwicklung atomarer Waffen durch den Iran. Als dieses Abkommen allerdings 2018 gekündigt wurde, ist ein großer Ölproduzent vom Markt verschwunden.

 

Der Deal wurde einseitig von den USA aufgekündigt und es wurden folglich Sanktionen von den USA gegen den Iran verhängt, welche vor allem auf dessen umfangreiche Rohölförderung abzielten. Nun steht ein neuer final ausgehandelter Vertrag, der auf die Zustimmung durch die USA und dem Iran wartet. Sollte dies geschehen, so würden wieder größere Mengen iranischen Rohöls auf dem Weltmarkt verfügbar und die bisher knappe Marktversorgung mit fossilen Treibstoffen deutlich entlastet.

 

Ausblick

Es stehen einige Zeichen dafür, dass Ölpreise an den Börsen weiterhin in einer Abwärtsbewegung bleiben. Doch der allgemeine Ausblick für die weltweite Versorgung mit Rohöl und Rohölprodukten wird wieder knapper eingeschätzt als zuletzt. Zwar sind einige Zeichen am Markt erkennbar, die einen Preisaufschwung verhindern können, so sind diese noch nicht eingetroffen und Marktteilnehmer verlassen sich auf Prognosen, die eine erneute Unterversorgung für 2023 vorhersagen.

 

Heute werden Preisänderungen von ca. +1,4 bis +2,2 Euro/100l Heizöl im Vergleich zu Mittwochmorgen erwartet.