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Di, 22.11.2022 | Heizöl-News

OPEC sorgt für Ölmarktkapriolen

OPEC sorgt für Ölmarktkapriolen

Es sind nur noch knapp zwei Wochen, bis die OPEC und ihre Partner (OPEC+) erneut über ihre Förderstrategie zur Preisstabilisierung beraten wollen. Doch schon im Vorfeld brodelt – wie üblich –  die Gerüchteküche und Spekulationen über mögliche Maßnahmen der 23 Ölproduzenten überschlagen sich. Gestern sorgte ein solches Gerücht für heftige Kurskapriolen an den internationalen Ölbörsen.

 

Angebliche Produktionssteigerung im Gespräch
Denn aus Insiderkreisen war durchgesickert, dass OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien und einige andere Mitgliedsländer angeblich über eine Anhebung der  Fördermengen um täglich 500.000 Barrel (à 159 Liter) diskutiert hätten. Erst im Oktober hatte die OPEC+ für November und Dezember eine Kürzung ihrer Fördermengen um zwei Millionen Barrel täglich beschlossen. Eine Anhebung würde diesen Beschluss zumindest teilweise wieder revidieren.

 

Einigen OPEC-Delegierten zufolge sei die Debatte über eine Produktionssteigerung aufgekommen, weil man im Winter mit einem für diese Jahreszeit üblichen Anstieg der Nachfrage rechne. Dieses Argument wirkt allerdings etwas fadenscheinig, denn schließlich ist es so überraschend nicht, dass auf den Herbst der Winter folgt. Die Produzentengruppe hätte dies also bereits bei ihrer Entscheidung von Anfang Oktober mit einbeziehen können.

 

Dementi aus Saudi-Arabien und Russland
Nachdem das Gerücht publik wurde, sackten die börsengehandelten Rohölpreise regelrecht ab, da mehr Öl von der OPEC+ aus Anlegersicht üblicherweise als Angebotsüberschuss interpretiert wird, der die Kurse an den Börsen belastet. Doch ein Dementi aus Saudi-Arabien ließ nicht lange auf sich warten. Der Energieminister des größten OPEC-Produzenten betonte nur kurz darauf, dass es solche Gespräche nie gegeben habe und man erst bei der Vollversammlung am 4. Dezember verbindliche Entscheidungen treffen werde.

 

Auch aus Russland, das nach wie vor zur Allianz der OPEC+ gehört, kam noch am Abend ein Statement. Der Vizepräsident und ehemalige Energieminister Alexander Nowak nahm die Gerüchte zum Anlass, noch einmal klar zu machen, dass im Falle weiterer Sanktionen gar kein Öl mehr geliefert werde. Er schloss eine Kürzung der russischen Ölproduktion nicht aus. Ob der saudische Energieminister die Gerüchte über Produktionssteigerungen der OPEC in aller Deutlichkeit dementierte, um den wichtigsten Partner Saudi-Arabiens in der OPEC+-Allianz zu beschwichtigen, darüber darf spekuliert werden.

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