Bei den Ölmärkten liegen derzeit wieder die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Fokus. So häufen sich erneut die Drohungen der Länder gegeneinander, was die Ölmärkte unter Druck setzt, da in direkter Nähe der Krisenherds die Straße von Hormus liegt. Allein das potentielle Risiko auf Schwierigkeiten in diesem Gebiet lässt die Ölpreise stark ansteigen, wie sich auch die letzten Tage beobachten lässt.
USA setzt Iran ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen
Donald Trump stellte dem Iran im Rahmen der Atomverhandlungen ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen. Sollte bis dahin kein vernünftiges Abkommen zu den Atomgesprächen vorliegen, drohen „sehr schlimme Dinge“. Auch wenn der US-Präsident keine genauen Angaben machte, was er als „schlimm“ bezeichnen würde, verwies er darauf, dass man auch noch einen Schritt weiter gehen könnte als im Juni 2025. Damals führte das US-Militär Luftangriffe gegen iranische Nuklearanlagen durch und beschädigte diese.
Diese Aussagen ließ der Iran nicht lange auf sich sitzen und drohte direkt zurück. Im Falle eines Angriffs ziehe es Teheran in Betracht, schwere Schläge auf US-Stützpunkte im Nahen Osten zu starten. Das betonte der Iran auch in einem Schreiben an den UN-Generalsekretär, António Guterres. Darin erklärten die Vertreter Teherans, dass man „entschlossen und verhältnismäßig“ im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts reagieren wird, sollte die USA einen Angriff auf das Land starten.
Straße von Hormus – Wichtigstes Nadelöhr am Ölmarkt
Die Straße von Hormus, welche den Persischen Golf mit dem arabischen Meer und dahinter dem indischen Ozean verbindet, ist die vermutlich wichtigste und kritischste Engstelle der weltweiten Öltransporte. Durch die wenige Kilometer weite Meerenge laufen rund 20% der täglichen Ölexporte und sie ist mitunter der wichtigste Transportweg für Saudi Arabien, Kuwait, die Arabischen Emirate, den Irak, Katar und eben auch den Iran.
Damit können Konflikte nahe der Straße von Hormus die Ölversorgung weltweit stören und durcheinander bringen, insbesondere im asiatischen Raum aber auch in Europa. Gleichzeitig sorgen die dauernden Spannungen schon im Voraus für deutliche Preiserhöhungen an den weltweiten Ölbörsen, was das genaue Gegenteil von dem ist, was der US-Präsident für seine Bevölkerung ermöglichen wollte.
Heizöl erheblich günstiger erwartet
Die globalen Spannungen wirken sich aktuell wieder auf die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik aus. Aktuellen Vorhersagen zufolge müssen Abnehmerinnen und Abnehmer heute mit weiteren Preisanstiegen im Vergleich zu Donnerstagvormittag in Höhe von +1,25 bis +1,65 Euro pro 100 Liter rechnen.



