Kurze Verschnaufpause an den Ölbörsen – Trendwende nicht in Sicht

Die Ölpreise gönnen sich kurz vor dem Wochenende eine kurze Verschnaufpause und geben leicht nach. Entsprechend wird auch Heizöl heute im Inland etwas günstiger, bleibt jedoch auf grundsätzlich hohem Niveau. Analysten rechnen damit, dass die Ölpreise in den kommenden Wochen und Monaten weiter steigen werden.

 

Denn die grundsätzlichen Faktoren, die die Ölbörsen in den letzten Wochen auf neue Langzeithochs beförderten, haben sich nicht grundlegend verändert. So scheint Omikron an den Aktienmärkten so gut wie keine Rolle mehr zu spielen. Obwohl die Infektionszahlen weltweit weiter massiv ansteigen, verlassen sich die Anleger offenbar darauf, dass mit den milderen Verläufen der Variante kein neuer Nachfrageeinbruch mehr zu befürchten steht.

 

Die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten bleibt global betrachtet hoch, dies betätigen auch die Prognosen der wichtigsten Analysten und Ölmarktorganisationen. Im Laufe des Jahres dürfte sie sogar weiter zunehmen und die 100 Mio. Barrel am Tag überschreiten. Dies war zuletzt Ende 2019, vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, der Fall gewesen.

 

Gleichzeitig bleibt das globale Ölangebot knapp, was die Ölpreise zusätzlich stützt. Die weltweiten Lagerbestände sind auf Tiefststand und die niedrigen Gasvorräte haben in Europa längst eine waschechte Energiekrise ausgelöst. Hinzu kommen Zweifel, dass die OPEC+, die eigentlich seit August ihre Fördermengen schrittweise nach oben schraubt, diese Produktionsanhebungen auch umsetzen kann. In den letzten Monaten verfehlte das Bündnis seine Förderziele regelmäßig.

 

Die Heizölpreise im Inland sind durch die Kurskorrektur an den Ölbörsen heute etwas günstiger als gestern. Verbraucher können mit Abschlägen von ca. -0,15 bis -0,30 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.