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100.000ste Pelletheizung in Baden-Württemberg

Apr 16, 2021 | Aktuelles

Berlin/Murrhardt, April 2021. Baden-Württemberg kann bekanntlich „alles außer Hochdeutsch“, wie das Bundesland selbst mit einem Slogan für sich wirbt. Die Kompetenz beim klimafreundlichen Heizen ist seit Neuestem jedenfalls statistisch belegt. Ende März wurde
in Murrhardt im Schwäbisch-Fränkischen Wald die 100.000ste Pelletfeuerung des Landes in Betrieb genommen und vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) ausgezeichnet. Damit steht jede Fünfte mit Holzpresslingen betriebene Feuerung Deutschlands, also Heizung oder Kaminofen, im Südwesten. Die modernen Wärmeerzeuger sparen jedes Jahr rd. 685.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) gegenüber Ölheizungen ein.

Eingebaut wurde die Jubiläumsheizung von Heizungsbauer Harald Moser aus Backnang, einem nordöstlich von Stuttgart im Rems-Murr-Kreis gelegenen Städtchen. Der Handwerker ist dort für sein ausgesprochenes Faible für Holzpellets bekannt. Noch gut erinnert er sich an seine erste Anlage, die er in Sechselberg (Gemeinde Althütte) eingebaut hat. „Damals waren Pellets komplett neu und entsprechend neugierig waren viele Hausbesitzer.“ 23 Jahre später hat Moser über 900 Pelletanlagen installiert, die letzte davon nur wenige Kilometer von der ersten entfernt in einem mit Holz sanierten Mehrfamilienhaus von Dr. Sonja Grün und Familie.

Kompetenz für Pelletheizungen gefragt

Moser freut sich, dass die Wärmewende nach einigen schwachen Jahren jetzt wieder in Schwung kommt. „Richtig gut läuft das Geschäft seit dem Vorjahr, als die staatliche Förderung umgestellt wurde. Für den Tausch einer Öl- gegen eine Pelletheizung gibt es nun 45 Prozent der Investitionskosten vom Staat zurück“, erklärt der Heizungsexperte, der in diesem Jahr rd. 50 Pelletfeuerungen mit seinem Betrieb einbauen will.

„Der Erfolg von Pellets im Südwesten ist neben den politischen Rahmenbedingen vor allem auf engagierte Heizungsbaubetriebe wie den von Harald Moser zurückzuführen, die mit Kompetenz und Argumenten Hausbesitzer vom Heizungstausch überzeugen“, erläutert DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele beim coronakonformen Fototermin zur Gewinnübergabe. Für diese Überzeugungsarbeit müssten sich Handwerker aber spezialisieren. Das DEPI bietet hierfür die Fortbildung zum Pelletfachbetrieb an, einer Qualifizierung, die neben dem technischen Rüstzeug auch Kenntnisse über die Herkunft und Qualität der Pellets umfasst. Alle geschulten Betriebe listet die Seite www.pelletfachbetrieb.de.

Klimaschutz und Komfort

So viel Kompetenz muss sein, damit Hausbesitzer wie Sonja Grün neben der klimaneutralen Verbrennung ihrer Pelletheizung auch höchsten Komfort genießen können. Ihr Haus, in dem die 100.000ste steht, stammt aus den 60er Jahren und wurde 2019 als Alterswohnsitz gekauft. Neben der 61-jährigen Neurowissenschaftlerin und ihrem Ehemann sollen auch ihre Schwester und ihr Neffe eine Wohnung in dem sanierten Gebäude beziehen.

Bei der Planung des Generationenhauses war sich die Familie in einem Punkt sofort einig: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind uns besonders wichtig!“ Daher haben sich die Eheleute neben viel Holz außen und innen im Heizungskeller für eine Kombination aus einem Pelletkessel (15 kW) und einer Stückholzheizung (20 kW) entschieden, die den alten Ölkessel ersetzt. Zudem wurde eine 10 m²-Solarthermieanlage auf dem Dach installiert. Dies sorgt für Grüne Wärme auf knapp 250 m² Wohnfläche und spart 12 Tonnen (t) CO2 im Jahr. Dazu kommen noch Photovoltaikmodule für erneuerbaren Strom.

Die Entscheidung für Pellets fiel dem Ehepaar nicht schwer. „Passend zu unserem neu gekauften Waldstück in der Nähe wollten wir weitgehend Holz, sowohl am Bau wie auch bei der Heizung nutzen. Nur mit selbst gemachtem Brennholz zu heizen war uns aber zu anstrengend. Daher war die Kombination von Scheitholz und Pellets für uns quasi vorbestimmt.“ Die Presslinge als Brennstoff kennt das Paar dabei schon lange. „Freunde von uns haben eine Pelletheizung installiert, als das noch nicht so bekannt wie heute war und sie sind seit Jahren sehr zufrieden.“

Für die gesamte Haussanierung inkl. Heizungstausch hat die Familie einen KfW-50-Kredit beantragt, wovon sie 40 Prozent erlassen bekommen. „Das war eine günstige Situation, wo wir einfach zuschlagen mussten“, erzählt Grün.

Holznachschub immer in Sicht

Beim Blick von den Balkonen des Gewinnerhauses bildet der schwäbisch-fränkische Wald die malerische Hauptkulisse. Der Name des Mittelgebirges lässt die regionale Bedeutung von Wald und Holz bereits erahnen. Zahlreiche Sägewerke sind der Beleg dafür. Dort fallen bei der Verarbeitung von Bauholz, wie für das Haus von Sonja Grün, auch jede Menge Holzreste an, die auch zu Pellets verarbeitet werden.

Experte für dieses Thema ist Martin Röhrs, Leiter der regionalen Außenstelle von ForstBW, dem Unternehmen, das sich um den staatlichen Wald in Baden-Württemberg kümmert. Der Forstmann weiß, dass die Verwendung von Holzresten zur Pelletproduktion für die Sägewerke mehr Wertschöpfung bedeutet. Davon profitieren wiederum auch die Waldbesitzer. Röhrs sieht die energetische Holzverwendung aber auch unter ökologischen Gründen positiv: „Für die nachhaltige Produktion von Pellets muss kein Baum gefällt werden. Ihr Einsatz wie in der Grün’schen Heizung spart zudem den Import und die CO2-Emission von fossilen Energieträgern!“

Regionale Lieferketten

Als Betreiberin der 100.000sten Pelletfeuerung in Baden-Württemberg kann sich Dr. Sonja Grün über 6 t kostenlose Holzpellets freuen, die vom benachbarten Energiehändler EDi Hohenlohe angeliefert wurden. In 45 Minuten war das neue Gewebesilo mit hochwertigen ENplus-Pellets gefüllt. EDi-Geschäftsführer Roland Weissert ist vom regionalen Brennstoff schon lange überzeugt. „Pellets werden bei der Energiewende im Gebäude eine zentrale Rolle spielen und sind für den modernen Energiehandel daher ein wichtiger Teil des Angebots. Ich freue mich, dass sie regional breit verfügbar sind und damit in ganz Baden-Württemberg auch zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung beitragen.“

Text und Foto: Deutsches Pelletinstitut GmbH